Wohnen inszenieren – die aktuellen Wohntrends sind stylish und energiesparend

Ein Zuhause, das hochtechnisiert und gleichzeitig gemütlich, stylish und energiesparend sein soll: So gestalten sich die Trends in Sachen Bauen & Wohnen.

Wenn es etwas gibt, was Herrn und Frau Häuslebauer in Zukunft beschäftigten wird, dann ist es das altbekannte Thema „Energieeffizienz in den eigenen vier Wänden“. Erklärtes Ziel ist es nicht nur, etwas Bleibendes zu schaffen, sondern dies auch möglichst ressourcenschonend.

Immer mehr Häuser im Niedrigenergie- und Passivhausstandard

„Aus diesem Grund gewinnen Niedrigenergie- und sogar Passivhäuser, die im Idealfall noch Energie erzeugen, immer mehr Fans“, bestätigt Claudia Pichler von BAR bareal Immobilien. Dabei geht es einerseits um eine verbesserte Wärmedämmung, andererseits um die Nutzung alternativer Energieträger. Schließlich sind die natürlichen Vorkommen von Erdöl und -gas enden wollend: Entsprechend nutzen immer mehr Bauherren Erdwärme oder Wärmeaustauschpumpen zur Energiegewinnung. Auch das Heizen mit Holz erfreut sich zunehmender Beliebtheit – beispielsweise in Form von Pellet-Öfen.

Ein Wohnbau-Projekt, das genau auf diese Art der Energieerzeugung setzt, ist unique22 im 22. Wiener Gemeindebezirk. Damit will man bis zu 46 Prozent der Heizkosten im Vergleich zu einer Ölheizung einsparen. Im Einfamilienhaus-Bereich kann man sich auch für das Kaminfeuer im Wohnzimmer entscheiden, das gerade in der Übergangszeit für eine Reduzierung der herkömmlichen Heizkosten sorgt.

Photovoltaikanlagen auf Einfamilienhäusern im Trend

photovoltaik„Immer interessanter werden auch Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern, welche die Baufamilie vom Stromnetz unabhängig machen“, meint Pichler. So hat beispielsweise die Salzburg AG Anfang der Woche eine Initiative gestartet, bei der auf 100 Salzburger Einfamilienhäusern PV-Anlagen errichtet werden sollen. Auch bei Projekten, die Wohnen und Büro miteinander vereinen, werden alternative Energieversorgungstechniken miteinander vereint – so etwa Solarwärme, Abwärme und Erdwärme im Wiener DENK DREI. Noch nicht ganz so ausgereift sind dagegen private Windkraftanlagen, die oftmals auf baurechtlichen Widerstand stoßen.

Nachhaltige Bauweise für das Wohnklima

Nachhaltigkeit ist auch im Innenraum eines Hauses verstärkt Thema und das vor allem hinsichtlich des Wohnklimas. So werden künftig deutlich mehr Echtholz- oder Korkfußböden bei der Innengestaltung verwendet.  Auch bei der Wandgestaltung geht der Trend vielfach weg von Raufasertapeten hin zu Kalkputz. „Zum Wohlfühlwohnen gehören aber auch ‚intelligente’ Fenster, die selbstständig die Luft in den Räumen austauschen“, erklärt Pichler. „Zudem Trockenbauplatten, die sich nicht nur für eine perfekte Akustik verantwortlich zeichnen, sondern auch die Luft reinigen.“

Barrierefrei sollte Standard sein

Ein weiteres Thema: Flexibilität, die in Barrierefreiheit mündet. Zum einen wird man künftig zu viele tragende Wände vermeiden, um sich gestalterischen Spielraum zu erhalten. Denn Abreißen ist stets umständlicher als Einfügen. Und braucht man irgendwann einmal ein Zimmer im Erdgeschoß, weil etwa das Stiegensteigen im Alter zum Problem wird, kann auch das in diesen Konzepten realisiert werden.

Smart Homes – intelligente Systeme für das Haus

„In“ ist man auch mit einem Smart Home. Klug deshalb, weil einem die Elektronik in mancherlei Hinsicht das Nachdenken abnimmt. So braucht man sich nicht mehr an das Füllen des Kühlschranks erinnern, das sommerliche Beschatten der Innenräume oder das Abschalten eines Fernsehers. Alle Geräte eines Haushaltes sind miteinander vernetzt und können via Internet beziehungsweise Apps gesteuert werden. Auch intelligente Zutrittssysteme werden immer beliebter.

Licht bringt die Möbel zur Geltung

weisse-couchRichtig rund wird das trendige Zuhause, das anders sein soll als „die Welt draußen“, aber erst durch die passende Einrichtung. Und die kann und darf endlich wieder gemütlich sein. Nach den minimalistischen Jahren besinnt man sich wieder auf Wolle, Filz und Leder. Man wohnt in größerem Rahmen, lässt gepolsterte Sitzecken in die Küchen und verteilt kuschelige Sitzgelegenheiten über die ganze Fläche. Insgesamt werden die Möbel runder; das Licht weicher. Denn wo sonst kann man Stimmungen derart inszenieren und ausleben wie in den eigenen Wänden? Gut, dass mit der LED-Technik eine Lichtquelle in die Wohnräume Einzug gehalten hat, die sich in der Fülle der Effekte und der Nuancierung gleichermaßen ergiebig zeigt.

Trendfarben: Blau, Weiß und Grün

Farblich sieht man hingegen klarer, konzentriert sich auf Blau, Weiß oder Grün – und das von der Wand bis hin zum Kissen auf dem Kaminsofa, je nach Budget. Ganz groß geschrieben wird auch der Stilmix zwischen Designer-Teilen und sorgfältig ausgesuchten Flohmarkt-Stücken. Das Motto: Erlaubt ist, was gefällt. Und das gilt auch für das Schlafzimmer, das längst nicht mehr aus einem Guss sein muss. Polsterbetten, allen voran das Boxspringbett, werden immer beliebter. Zur Erklärung: Darunter versteht man ein Schlafsystem, bei dem ein gefedertes Untergestell die Basis bildet. Was dafür auch weiterhin erhalten bleibt, ist der begehbare Kleiderschrank.