Das Baukonto – Vorteile und Nachteile eines eigenen Kontos zu Baufinanzierung

Das Baukonto zur Wohnraumschaffung, also für den Kauf, den Um- oder Neubau eines Eigenheimes, kann im weiteren Sinne mit einem größeren oder großen Rahmenkredit verglichen werden. Wie der Name sagt, wird das Baukonto speziell und zweckgebunden zum Bauen eingerichtet. Das Kreditinstitut stellt eine Bausumme zur Verfügung, die bedarfsweise abgerufen wird. Zum Ende der Bauphase wird der benötigte, also tatsächlich in Anspruch genommene Betrag in einen langfristigen Kredit umgewandelt.

Garantierte Liquidität mit dem Baukonto

plan hausbau

Der Plan für das Haus ist fertig – die Finanzierung sollte bald stehen!

Der entscheidende Vorteil des Baukontos liegt darin, dass ausschließlich die tatsächlich benötigte Bausumme in die langfristige Baufinanzierung einfließt. Das sogenannte Baudarlehen wird als fester Betrag zu Beginn der Bauphase festgelegt und in mehreren Raten ausgezahlt. Sofern sich Änderungen in der Finanzierungshöhe ergeben sollten, muss nachfinanziert werden. Während der Bauphase können Zwischenfinanzierungen notwendig werden. All das kostet Manpower, Zeit und Geld. Beim Baukonto ist die Situation anders. Anhand des im Vorhinein durchgeführten Bau- und Wohnungschecks wird das Baukonto eingerichtet und mit der entsprechenden Liquidität ausgestattet. Der Bauherr kann die notwendigen Beträge bedarfsweise abrufen. Er profitiert durch die pünktliche Rechnungsbegleichung von Skonti und Rabatten.

Mit dem Zinscap das Risiko mindern

Die Zinsentwicklung Mitte der 2000er Jahre hat gezeigt, wie unerwartet und schnell die Bauzinsen steigen können. Eine solche Zinsentwicklung innerhalb der mehrjährigen Bauphase kann sehr leicht zu spürbaren Mehrkosten führen. Der Zinscap ist eine Absicherung des Baukontos gegen steigende Zinsen. Er wirkt wie eine Versicherung gegen steigende Zinsen. Der Bauherr entscheidet den maximalen, also zukünftig höheren Zinssatz. Wenn das bisherige Zinsniveau steigen sollte, dann werden diese Mehrkosten durch den beziehungsweise aus dem Zinscap finanziert. Die damit verbundenen festen und kalkulierbaren Kosten der Abschlussprämie fließen in die Baufinanzierung ein; sie werden ebenfalls aus dem Baukonto heraus finanziert.

Eigenmittel und Eigenleistung als Finanzierungsgrundlage

Damit das Kreditinstitut den Finanzierungsrahmen des Baukontos festlegen kann, muss im Einzelnen festgestellt werden, was der Bauherr selbst einbringt. Dazu gehören

  • Kontoguthaben mit Liquidität
  • Erspartes auf dem Sparbuch
  • Bausparverträge
  • Versicherungen
  • Vorhandener Baugrund
  • Eigenleistungen
  • Sonstiges

Dieser Finanzierungsgrundlage wird anhand des laufenden und gesicherten Einkommens gegenübergestellt, welche monatliche Zahlung möglich ist. Zu den regelmäßigen Einkünften gehören

  • Lohn/Gehalt Erstverdiener
  • Lohn/Gehalt Zweitverdiener
  • Erträge aus Mieten und Pachten
  • Sonstige Einkünfte [Familienbeihilfe, Alimente, Unterhaltszahlungen]

Mit dem Baukonto alles im Blick

Zu den Vorteilen eines Baukontos gehört der jederzeitige Überblick über den Ausgabenstand. Durch den ausgewiesenen Saldo kennt der Bauherr mit einem Blick die Situation. Hier oder dort versteckte Kosten auf dem einen oder anderen Girokonto kann es nicht geben. Alle mit dem Hausbau verbundenen Einnahmen werden auf dem Baukonto verbucht, ebenso wie alle Ausgaben. Die Eigenleistungen erscheinen rechnerisch in der Baufinanzierung, ohne dass sie das Baukonto belasten. Bei der Endabrechnung des Baukontos werden sie fiktiv hinzuaddiert. Der Endsaldo auf dem Baukonto wird im Einvernehmen mit dem Kreditinstitut in das langfristige Baudarlehen umgewandelt, das oftmals grundbuchrechtlich besichert wird. Dabei handelt es sich um einen privaten Kredit. Die Kreditsumme wird von dem neu eingerichteten Kreditkonto auf das Baukonto überwiesen, das seinerseits anschließend aufgelöst wird. Der Immobilienbesitzer bedient ab jetzt in monatlich gleichbleibenden Ratenzahlungen den neuen Kredit. Im Gegensatz zum Baukonto mit seinem Rahmenkredit ist es jetzt ein Ratenkredit mit feststehenden Zahlungen und Konditionen.

Im Endeffekt hat sich für den Bauherrn die Finanzierung über das Baukonto als eine elegante Lösung erwiesen. Geld- oder Liquiditätssorgen gab es nicht, und gegen eine mögliche Zinssteigerung hat der Zinscap geholfen. Die Bauphase ist insgesamt ruhig und unaufgeregt verlaufen; ganz im Gegensatz zur anschließenden Hauseinweihung mit allen, die bei der Eigenleistung mitgeholfen haben.

Quellen:

http://www.energiesparhaus.at/denkwerkstatt/allgemein_a.asp?Thread=15027

http://www.konto-vergleich.org/

http://www.wohnnet.at/finanzierungsforum/do/B/110203/baukonto.htm